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Offene Kirche
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"Der Seele Raum geben" - mit diesem programmatischen Wort hat die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) "Kirchen als Orte der Besinnung und Ermutigung" neu in den Blick gerückt und sich deshalb für eine stärkere Öffnung der evangelischen Kirchen in Deutschland eingesetzt. Kirchen sollen Orte des Friedens und Zuflucht für die Bedrückten sein. Hier kann die Seele durchatmen und neue Kraft schöpfen für den Alltag, so Barbara Rinke, die Präses der Synode der EKD.Dieses Anliegen unserer Kirche kommt an. Offene Kirchen werden in den letzten Jahren immer häufiger besucht. Ob in den Innenstädten oder auf dem Dorf - dort, wo Kirchen erkennbar offen sind, kommen Menschen gern herein. Menschen aller Generationen nehmen sich hier eine "Auszeit" mitten im Alltag oder in der Freizeit. Denn Kirchenräume mit ihrer klaren Gestaltung und ihrer Ruhe werden als einzigartig empfunden. Sie transportieren Geschichte. Sie wirken ästhetisch anregend. Sie laden zur Begegnung mit Gott ein und regen zum Nachdenken über den Glauben an. Jede offene Kirche kann dazu beitragen, dass Menschen wieder Zugang zu den Fragen des Glaubens finden. Denn Kirchen sind Schatzkammern des christlichen Glaubens. Das trifft auf die Dorfkirche aus dem 15. Jahrhundert genauso zu wie auf den 70er-Jahre-Kirchraum eines städtischen Vorortes.
Offene Kirchen werden immer häufiger besucht.
Warum Kirchen öffnen
Es ist nicht mehr zu übersehen: Kirchräume erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Sie locken europaweit immer mehr Gäste an. Menschen kommen unter der Woche mal eben "auf einen Sprung" vorbei: Vor dem Einkauf, nach der Arbeit, in der Mittagspause. Sie setzen sich zehn Minuten in die Reihen, zünden eine Kerze an, schreiben ein Gebet oder eine Bitte in ein Anliegenbuch. Am Ausgang nehmen sie sich eine Karte mit einem Bibelvers oder stecken den schriftlichen Kirchenführer in ihre Tasche. Sie kommen, weil unsere Städte laut und hektisch sind und die Kirchräume mit ihrer klaren Struktur und ihrer Ruhe zunehmend als einzigartig empfunden werden. Sie kommen, weil ein Problem sie quält und sie hoffen, in der Kirche gelassener zu werden und Trost zu finden. Sie kommen mit Kindern an der Hand, die hier - beim Anzünden der Kerzen - eine Möglichkeit des Betens lernen. Sie sind jung und alt, sie sind Frauen und Männer, sie kommen aus unterschiedlichen Ländern, und sie sind nicht nur Christinnen und Christen. Sie kommen nicht unbedingt am Sonntagmorgen um 10.00 Uhr, und sie suchen nicht unbedingt einen Gottesdienst. Was auf den ersten Blick wie eine Enttäuschung aussieht, eröffnet zugleich eine Chance: Viele Gemeinden beginnen zu verstehen, dass hinter diesem neu erwachten Interesse an den Kirchräumen ernst zu nehmende religiöse Fragen, Anliegen und Sehnsüchte stecken. Gemeinden beschließen immer häufiger, einladend zu sein und den Menschen unter der Woche auch ihre Kirchtüren zu öffnen. Als evangelische Landeskirchen begrüßen wir die vielfältigen Angebote sehr. Mit dieser Initiative möchten wir allen Gemeinden Mut machen und Anregungen bieten, ihre Kirchentüren nicht nur am Sonntag, sondern auch an Werktagen zu öffnen - es lohnt sich!
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