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 | Historische Kirchengebäude |
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Sankt Kiliani Kirche
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Die Kirche verkörpert den einzigen Monumentalbau von wirklicher innerer Berechtigung. Sie ist noch heute das monumentum des Bundes zwischen Gott und den Menschen. In ihr, dem einzigen Bau, der der rein menschlichen Sphäre entrückt ist und sozusagen zwischen Himmel und Erde steht, greifen Geschehnisse aus der höheren Welt in unsern irdischen Lebenskreis hinein. Kirchen sind einem ausschließlich geistlichen Problem entwachsen. Dieser Umstand verleiht ihnen ihre Sonderstellung in der Baukunst. Bauherr war - und sollte es sein - das gottesdienstliche Geschehen, wie die Geschichte der christlichen Kunst bezeugt. Die Anwesenheit Gottes aber weiht diesen Raum zu einer heiligen Stätte, die der Christ mit Ehrfurcht betritt. Sowohl die Gottesburg der romanischen Zeit als auch die hohe gotische Gotteshalle bedeuten dem mittelalterlichen Christen Sinnbild des himmlischen Jerusalem. ("Damit werden diese Bauten ... kostbarer Lobpreis, Opfer, Gebet, Schale, Hülle, Sakramentshaus des in der Hostie anwesenden Christus.") Die Meister der mittelalterlichen Domhütten galten als geistlicher Stand, der eigene Gottesdienste hatte. Solche Bedeutung maß man dem Verkündigungsauftrag des Kirchenbauers zu.
Diesen Gedankengängen entstammen auch die überraschende Zahl der Kirchen und die Dimensionierung ihrer Raumgrößen. Das Mittelalter hat schon sehr früh Kirchen gebaut, die sowohl an Zahl als auch an Raumgröße den tatsächlichen Bedarf, wie er sich aus der Realität der Seelenzahl ergab, weit überschritten. Diese Überdimensionierung reicht bei uns bis in die karolingische Zeit zurück und findet sich sowohl in Abteien wie in Bischofssitzen und Landstädten. Wie das Kloster antiqua Corbeia in der Pikardie nicht eine, sondern drei Kirchen und zwei oder vier Kapellen in der Zeit vor den Normanneneinfällen aufwies, so gab es auch in nova Corbeia an der Weser mehrere Kirchen im Klosterbezirk und seiner nächsten Umgebung.
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